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EUR/USD: Trendwende bisher Fehlanzeige


12.08.2019 - 09:45:33 Uhr
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Mit der Fortschreibung des Trends "pro US-Dollar" nahmen wir im technischen Jahresausblick die konträre Position zu den allermeisten Kollegen auf der fundamentalen Seite ein, die im Durchschnitt ein Comeback des Euro prognostizierten, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Eines der Schlüsselargumente für die Jahresprognose der Analysten - der seit Sommer 2008 bestehende EUR-Baissetrend (akt. bei 1,2149 USD) - führe Investoren nochmals eine der Stärken der Technischen Analyse vor Augen: Die Fortsetzung eines einmal etablierten Trends gelte als Basisszenario, während die Trendwende lediglich einen Nebenkriegsschauplatz darstelle. Diese Grundannahme führe unmittelbar zum Monatschart des Euro im Vergleich zum US-Dollar. Die Kursentwicklung im Juli habe es hier in sich gehabt, denn ausgehend von einer Eröffnung auf Monatshoch (1,1374 USD) habe die Einheitswährung während der letzten vier Wochen beständige Kursverluste hinnehmen müssen. In der Konsequenz ergebe sich ein negatives Candlestickmuster in Form eines "roten Blocks". Gleichzeitig umschließe der Körper der jüngsten Monatskerze die Pendants der vier vorangegangenen Monatskerzen, sodass ein besonderes "bearish engulfing" entstehe.

Die beiden beschriebenen negativen Candlestickmuster würden den vor mehr als zehn Jahren etablierten EUR-Abwärtstrend bestätigen. Für eine weitere charttechnische Untermauerung sorge das neue Verlaufstief (1,1025 USD) - gleich bedeutend mit dem niedrigsten Stand des Euro zur US-Valuta seit Mai 2017 - denn damit sei die Chance auf eine Stabilisierung auf Basis der letzten Tiefs bei gut 1,11 USD verspielt worden. Zusätzliche Belastungsfaktoren würden das jüngste MACD-Ausstiegssignal sowie das negative Schnittmuster zwischen der 38- und der 200-Wochen-Linie (akt. bei 1,1287/1,1344 USD) darstellen. Per Saldo habe der etablierte EUR-Abwärtstrend weiter Bestand. Der Trend habe jüngst eine erneute Bestätigung erfahren und dürfte nun sogar nochmals an Abwärtsmomentum gewinnen.

Für eine Zunahme der Bewegungsdynamik spreche auch die bereits im Jahresausblick beschriebene Konstellation bei den Bollinger Bändern. Auf Wochenbasis lägen die Begrenzungen des Volatilitätsindikators unverändert auf historisch niedrigem Niveau. Schließlich sei der Abstand zwischen oberem und unterem Bollinger Band so gering wie noch nie in diesem Jahrtausend! In der Vergangenheit sei diese Konstellation oftmals der ideale Nährboden für einen neuen Trendimpuls gewesen.

Mit dem oben genannten neuen Jahrestief nehme das Risiko zu, dass sich der mögliche Vola-Impuls auf der Unterseite entladen werde. Die Aufwärtskurslücke vom April 2017 bei 1,0777/1,0819 USD definiere dabei ein wichtiges Anlaufziel. Auf der Währungsseite seien Gaps ein äußerst seltenes Phänomen und würden deshalb eine besondere Bedeutung besitzen - möglicherweise sogar eine besondere Anziehungskraft.

Der Wochenchart des Währungspaares verdeutliche aber noch eine weitere Gefahr: So könne der gesamte Erholungsimpuls von Januar 2017 bis Februar 2018 im übergeordneten Kontext als Bärenflagge interpretiert werden. Die Auflösung des beschriebenen Konsolidierungsmusters nach unten liefere den Euro-Skeptikern ein weiteres Argument an die Hand, um aktuell von einer neuen Bewegungsdynamik auf der Unterseite auszugehen. Die abgeschlossene "bearishe" Flagge erhöhe perspektivisch sogar die Gefahr eines Wiedersehens mit den Tiefs von 2015/16/17 bei rund 1,05 USD bzw. 1,0339 USD. Um das angeschlagene Chartbild zu verbessern, sei dagegen eine Rückeroberung der angeführten Glättungslinien die zwingende Grundvoraussetzung. Aber selbst dann bleibe der Weg nach Norden steinig, was nicht zuletzt an der Widerstandszone bei rund 1,15 USD liege.

Neben dem Währungspaar EUR/USD möchten die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt zusätzlich den USD-Index analysieren, welcher die Wertentwicklung des Greenback im Vergleich zu den sechs Währungen EUR, GBP, CHF, CAD (Kanadischer Dollar), JPY und SEK (Schwedische Krone) abbilde. Seit einem Jahr sei der USD-Index seitwärts gependelt. Die dynamische weiße Kerze vom Juli dokumentiere nun das Ende der rund 1-jährigen Tradingrange. Die 38-Monats-Linie (akt. bei 96 Punkten) habe sich hierbei als Sprungbrett für ein neues Jahreshoch (99 Punkte) erwiesen. Unter dem Strich erfahre der Aufwärtstrend seit April 2011 (akt. bei 91 Punkten) somit eine erneute Bestätigung, zumal auch die trendfolgenden Indikatoren MACD und Aroon jeweils "long" positioniert seien. In der Konsequenz erscheinen dreistellige Notierungen kurzfristig möglich, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Perspektivisch winke sogar ein Anlauf auf das Mehrjahreshoch von Anfang 2017 bei 104 Punkten. Um Zweifel an dem beschriebenen Ausbruch gar nicht erst aufkommen zu lassen, sollte der USD-Index in Zukunft nicht mehr unter die oben genannte Glättungslinie zurückfallen, deren Bedeutung durch das Fibonacci-Cluster aus zwei unterschiedlichen Retracements (jeweils ebenfalls bei 96 Punkten) zusätzlich untermauert werde.

Nachdem der USD-Index die Entwicklung beim Währungspaar EUR/USD bekräftige, möchten die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt im nächsten Schritt auf saisonale Aspekte eingehen. Da die Analysten den typischen Verlauf in Vorwahljahren der USA beleuchten würden - das Saisonmuster also angelehnt an den US-Präsidentschaftszyklus untersuchen würden - würden sie die durchschnittliche Entwicklung aus Sicht des Greenbacks darstellen. Im bisherigen Jahresverlauf habe sich das Währungspaar ganz gut am typischen Verlauf aller Vorwahljahre seit 1971 orientiert. Doch der bis August bestehende saisonale EUR-Gegenwind dürfte schon bald auslaufen. Vielmehr begünstige der durchschnittliche Verlauf des US-Vorwahljahres ab Mitte/Ende August eine EUR-Erholung. Ein Verhaltensmuster, welches gut zur grundsätzlichen Schwäche der US-Valuta in der 2. Jahreshälfte passe. Gemessen am durchschnittlichen Verlauf des US-Vorwahljahres drohe der US-Dollar sogar die gesamten Kursgewinne im bisherigen Jahresverlauf bis zum Jahreswechsel wieder abzugeben. Zumindest unter saisonalen Aspekten könnte somit "außer Spesen nichts gewesen" zum Motto des laufenden Vorwahljahres werden. Der Faktor "Saisonalität" sorge also für ein Gegengewicht zu den beschriebenen charttechnischen Ausbrüchen.

Vor dem Hintergrund des jüngsten Verlaufstiefs des Euro im Vergleich zum US-Dollar würden mögliche Trendwendesignale weiter auf sich warten lassen. Gemäß der Grundannahme der Technischen Analyse, wonach ein einmal etablierter Trend bis zum Beweis des Gegenteils Bestand habe, müssten Anleger deshalb von einem intakten EUR-Abwärtstrend ausgehen. Die Aufwärtskurslücke vom April 2017 bei rund 1,08 USD stelle dabei einen neuralgischen (Anziehungs-)Punkt dar. Die seit Monaten extrem niedrige Volatilität begünstige im weiteren Jahresverlauf sprunghafte Marktbewegungen auf der FX-Seite. Wenngleich der Faktor "Saisonalität" ab August für ein gewisses Gegenwicht sorge, sollten Investoren der europäischen Einheitswährung auch im 2. Halbjahr 2019 mit Skepsis begegnen. Aus charttechnischer Sicht müsste unsere vorsichtige Einschätzung erst bei einer Rückeroberung der Glättungslinien der letzten 38 bzw. 200 Wochen (akt. bei 1,1287 USD bzw. 1,1344 USD) mit einem Fragezeichen versehen werden, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Revidieren würden die Analysten diese sogar erst bei einem Spurt über die horizontalen Hürden bei 1,15 USD. (12.08.2019/ac/a/m)




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