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Das Erwachen der Zinspolitik


17.12.2015 - 08:24:50 Uhr
Helaba

Frankfurt a. M. (www.derivatecheck.de) - Die Analysten bei der Hessischen Landesbank Helaba berichten von der US-Fed-Zinsentscheidung und den anstehenden Datenveröffentlichungen:

Das Erwachen der Zinspolitik (Immerhin war es die erste Veränderung seit Ende 2008!) in den USA fiel dann doch relativ unspektakulär aus, denn letztlich war allgemein erwartet worden, dass der Leitzins-Zielkorridor um 25 Basispunkte auf 0,25 % bis 0,50 % erhöht würde. Damit einhergehend gab es entsprechende Anpassungen auch bei den Zinssätzen auf die Haltung von Reserven bei der Fed (IORR und IOER) jeweils von 0,25 % auf 0,50 %. Fed-Chefin Yellen betonte die Absicht, in Abhängigkeit von den eingehenden Daten einen moderaten Zinszyklus zu verfolgen. Insofern wurden alle Optionen offen gehalten.

Die Leitzinsprojektionen haben sich hingegen kaum verändert. Per Ende 2016 erachten die FOMC-Mitglieder im Median ein Zinsniveau von unverändert 1,38 % als angemessen, per Ende 2017 von 2,38 % (bisher: 2,63 %). Da aber in den Geldmarktfutures für das Jahr 2016 in der Summe nur zwei Zinserhöhungen eskomptiert werden, scheint der Markt mittelfristig anfällig für positiv überraschende Konjunktur- und Inflationszahlen.

Datenseitig richtet sich das Interesse heute zunächst auf die Geschäftsklimaindizes in Frankreich und Deutschland. Die Vorgaben sind per saldo freundlich. Zwar gab es Rückgänge bei den Einkaufsmanagerindizes des Dienstleistungsgewerbes, was in Frankreich aber möglicherweise mit den Folgen des Terrors in Paris zusammenhängt und in Deutschland durch das weiterhin sehr hohe Niveau relativiert wird. Die Geschäftsklimaindizes werden aber dominiert von den Entwicklungen des Verarbeitenden Gewerbes und somit überwiegt das positive Signal gestiegener PMIs. Zudem haben sich die ZEW- und sentix-Umfrageergebnisse verbessert, sodass robuste ifo- und INSEE-Daten zu erwarten sind, die das Wachstumsszenario in der Eurozone untermauern. In den USA lenken Marktteilnehmer den Blick auf den Philly-Fed-Index. Hinweise auf eine wieder zunehmende konjunkturelle Dynamik im Industriebereich dürften gepaart mit weiterhin festen Arbeitsmarktsignalen die Erwartungen bezüglich des Zinserhöhungspfades tendenziell nach oben schieben.

Beachten Sie auch die Analyse der DZ BANK-Analysten zum deutschen Leitindex "DAX, erhöhte Crash-Risiken?".

Lesen Sie auch den Artikel der Helaba-Experten "DAX, die Risiken nehmen zu" sowie den Artikel "DAX, keine Entwarnung" und "DAX, Bitte keine Jubelstimmung".

Verpassen Sie nicht die Artikel "Bund-Future schaut auf die Fed" und S&P500, die absolute Gratwanderung" und die Analyse .

Eine Übersicht zu den aktuellen Konjunktur- und Wirtschaftsdaten finden Sie im
Termin-Topic. (17.12.2015/dc/a/m)



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