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US-Rentenmarkt: Jahresausblick


04.01.2019 - 10:00:00 Uhr
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - "Bei der 10-jährigen Rendite in den USA erwarten wir 2018 eine "3" vor dem Komma" - mit dieser Vorhersage aus dem letztjährigen Rentenausblick haben wir einen Prognosetreffer gelandet, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Darauf ausruhen sei aber der falsche Weg, denn die Entwicklung der letzten beiden Monate verändere auf der Zinsseite vieles. Einen Fingerzeig in diese Richtung liefere die US-Notenbank, die sich in den letzten Jahren als Anhängerin der Technischen Analyse geoutet habe. Schließlich habe die FED nach dem technischen Leitmotiv "the trend is your friend" gehandelt und die FED Funds Rate unter anderem in jedem Dezember der zurückliegenden vier Jahre um 25 Bp erhöht. "Der Markt" preise aktuell aber ein, dass die Erhöhung vom Dezember 2018 die letzte gewesen sei, während die US-Notenbank noch zwei Zinsschritte 2019 prognostiziere. Möglicherweise sei dieser stabile Trend somit zu einem Ende gekommen. Charttechnisch extrem schmerzhaft sei in diesem Kontext das "false break" der letzten beiden Monate bei den US-Renditen. Eine sauber ausgeprägte untere Umkehrformation und der Bruch eines langfristigen Abwärtstrends als entscheidende Voraussetzungen für eine nachhaltige Zinswende hätten hier zweifelsfrei vorgelegen. Der anschließende "u-turn" stelle jedoch eine große Hypothek für das neue Jahr dar.

Das ganze Dilemma bringe der Monatschart der 10-jährigen US-Rendite auf den Punkt. Im September vergangenen Jahres sei der Sprung über den Kreuzwiderstand aus den Hochs vom Jahresultimo 2012/13 bei 3,04% und dem seit Anfang der 1980er Jahre bestehenden Baissetrend (akt. ebenfalls bei 3,04%) gelungen. Nicht nur, dass damit der langfristige Abwärtstrend zu den Akten gelegt worden sei, gleichzeitig habe - definiert durch die historischen Zinstiefs vom Juli 2012 (1,38%) und vom Juli 2016 (1,32%) - ein großer Doppelboden vorgelegen. Im Fußball sei diese Ausgangslage am ehestens vergleichbar mit einer Situation, in welcher der Stürmer alleine auf das leere Tor zulaufe, den Ball aber dennoch daneben schieße. Für den ausbleibenden Torjubel habe im charttechnischen Sinn gesorgt, dass die 200-Monats-Linie (akt. bei 3,19%) den Zinsanstieg in der Folge bereits ausgebremst habe. In Schlagdistanz zu dieser Hürde seien ein "tweezer top" mit deckungsgleichen Monatshochs sowie ein "bearish engulfing" ausgeprägt worden. Die beiden negativen Candlestickmuster seien dann der Wegbereiter für das Rebreak der Nackenzone des oben genannten Doppelbodens sowie den Rückfall in den langfristigen Abwärtstrend gewesen.

Technische Analysten würden solche versagenden Kursmuster besonders zu schätzen wissen. Als Konsequenz aus einem solchen Fehlausbruch würden sich häufig Positionsschieflagen ergeben, deren Bereinigung oftmals dynamische Bewegungsimpulse in die entgegengesetzte Richtung nach sich ziehen würden. Dieses Verhaltensmuster schlage sich sogar in einer eigenen Tradingweisheit nieder: "False breaks are followed by fast moves!" Begünstigt werde ein Zinsrückgang in den USA durch den Bruch des steilen Aufwärtstrends seit Sommer 2016 (akt. bei 3,17%). Einen wichtigen Signalgeber würden in diesem Kontext die Tiefs vom Juli/August 2018 bei 2,81% definieren, deren Relevanz durch das 23,6%-Retracement des gesamten Zinsanstiegs der letzten zwei Jahre (2,80%) zusätzlich unterstrichen werde.

Mit anderen Worten: Ein Abgleiten unter diese Schlüsselmarken sorgt für ein Ausrufezeichen hinter unserem Szenario eines "erneuten Zinsrutsches", so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Danach würden die Jahrestiefs von 2016 und 2017 bei 2,64/2,63% den nächsten Rückzugsbereich definieren, ehe die verschiedenen Hoch- und Tiefpunkte der letzten zehn Jahre bei rund 2,40% wieder auf die Agenda rücken würden. Als "worst case" sähen die Analysten ein Wiedersehen mit dem zyklischen Tief vom September 2017 (2,02%) an.

Investoren könnten die Implikationen aus dem beschriebenen "reversal" gar nicht überschätzen. Damit sei ein Zinsanstieg bzw. eine nachhaltige Zinswende auf die lange Bank geschoben. Aus charttechnischer Sicht sei ohnehin ein Sprung über den oben genannten Kreuzwiderstand - besser noch eine Rückeroberung der 200-Monats-Linie (akt. bei 3,19%) - zwingend erforderlich, um wieder über steigende Renditen in den USA diskutieren zu können.

Ausgehend von diesem Schlüsselchart wollen wir im Folgenden höhere Zeitebenen beleuchten, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die Analysten würden also genau umgekehrt verfahren wie die Investoren es sonst von ihnen gewohnt seien. Als wichtigen Beleg für das bisher Gesagte würden die Analysten den Halbjahreschart der 10-jährigen Rendite USA werten. Mit einem "shooting star" sei in dieser hohen Zeitebene der Bruch des seit 1981 bestehenden Baissetrends abgelehnt worden. Auf Schlusskursbasis der 6-Monats-Kerzen sei Anlegern zudem ein Abschluss des großen Doppelbodens der letzten Jahre verwehrt geblieben. Vor allem der bestätigte Mehr-Dekaden-Baissetrend sei Wasser auf die Mühlen eines erneuten Zinsrutsches. Interessant sei noch der Blick auf das angeführte negative Candlestickmuster. Unterhalb der Marke von 2,81% wäre der "shooting star" nach unten aufgelöst, wodurch der oben genannte Signalgeber erneut bestätigt werde.

Für den zweiten Signalgeber bei 2,64/2,63% spiele der Jahreschart der 10-jährigen US-Rendite eine wichtige Rolle. Doch zunächst noch einmal einen Schritt zurück. Die höchste aller möglichen Zeitebenen belege, dass auch hier der langfristige Baissetrend der letzten fast 40 Jahre (2019 bei 3,23%) immer noch intakt sei. Gleichzeitig würden die Hochs der "Hammer"-Kerze von 2016 sowie das des folgenden "inside years" von 2017 ins Auge fallen. Da beide nahezu deckungsgleich seien, hätten die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt dieses Level bereits vor Jahresfrist als wichtigen Katalysator hervorgehoben. Ein Rebreak der Schlüsselmarke würde auch diesen Ausbruch negieren - gewissermaßen "false break" zum Zweiten! Damit sollten die positiven Implikationen aus dem aufgelösten "Hammer"- bzw. "Innenstab"-Muster endgültig verpuffen, sodass sich die Sichtweise "rückläufiger Renditen" weiter verfestigen würde. Als einen weiteren Schlüsselchart sähen die Analysten den Kursverlauf des US-T-Note-Future auf Jahresbasis an. Aufgrund der deckungsgleichen Tiefs der letzten fünf Jahre bei knapp 123 hätten die Analysten dieses Niveau als Sell-Trigger im Jahresausblick 2018 ins Feld geführt.

Gemessen an der Tragweite des angeführten Ausstiegssignalgebers könne die Erholung der letzten Monate als Erfolg verbucht werden. Dank dieser Entwicklung notiere der US-T-Note-Future wieder im Dunstkreis des langfristigen Haussetrends seit Ende der 1980er Jahre. 2019 werde diese Trendlinie bei gut 122 verlaufen. Vor diesem Hintergrund entstünde bei einem Anstieg über 122 bzw. über die letzten Jahrestiefs bei 123 sogar ein erneutes Einstiegssignal von herausragender Bedeutung. Schließlich sorge ein Spurt über dieses Level auch aus Sicht des Point & Figure-Charts für ein neues Investmentkaufsignal. Eine Rückeroberung dieser Schlüsselzone besitze darüber hinaus noch eine weitere Dimension: Aus Sicht des Monatscharts würde eine positive Weichenstellung das Doppeltopp - definiert durch die zyklischen Hochs von 2012 und 2016 bei 135 29/32 bzw. 134 08/32 - negieren. Unterstützung erfahre das Rentenbarometer gegenwärtig vor allem durch diverse Indikatoren. Nachdem die Stochastik zuvor bereits eine positive Divergenz ausgeprägt habe, stehe inzwischen ein "handfestes" neues Einstiegssignal zu Buche. Der MACD arbeite daran, diesem Beispiel zu folgen und seine Signallinie ebenfalls von unten nach oben zu durchschneiden.

Gelinge dem Trendfolger ein positives Schnittmuster, wäre es das erste Kaufsignal seit 2016. Für viel bemerkenswerter würden die Analysten aber das Niveau einer solchen Weichenstellung halten. Schließlich notiere der MACD auf dem niedrigsten Stand seit über 30 Jahren! Schnittmuster, welche weit entfernt von der Nulllinie generiert würden, würden eine besondere Signalgüte besitzen. Auf entsprechend fruchtbaren Boden dürfte eine Rückeroberung des charttechnischen Triggers bei 123 fallen. Im Erfolgsfall würden die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt ein Wiedersehen mit dem Hoch vom September 2017 bei 128 04/32 fast schon für eine "Pflichtaufgabe" halten. Die "Kür" wäre ein Anlauf auf das Hoch vom Dezember 2008 bei 130 26/32.

Um die Chancen bei den amerikanischen Zinsfutures zu untermauern, möchten die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt nochmals auf verschiedene Renditecharts zurückkommen. Einen zweiten Fehlausbruch hätten sie den Investoren nämlich bisher vorenthalten: Den bei der 30-jährigen Rendite USA. Auch bei den langfristigen Zinsen hätten aufgrund des langfristigen Abwärtstrendbruchs sowie einer idealtypischen unteren Umkehr die Zeichen auf "Renditeanstieg" gestanden. Charttechnisch besonders imposant sei der "ultimative Deckel" bei 3,25%. In den letzten vier Jahren sei die "30-jährige" auf diesem Niveau immer wieder auf Widerstand gestoßen.

Wenn aus einer solchen Steilvorlage aber kein Kapital geschlagen werden könne bzw. charttechnische Ausbrüche von einer solchen Qualität versagen würden, dann sollten Anleger hellhörig werden. Für die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt sei das Rebreak der alten Ausbruchsmarken bei 3,25% mehr als ein Warnschuss und stelle für 2019 einen ganz entscheidenden Belastungsfaktor dar. Aufgrund dieser Ausgangslage dürfte das neue Jahr auf der Rentenseite von Beginn an spannend werden. Dazu trage sicherlich auch die charttechnische Konstellation bei, denn inzwischen sei auch der Erholungstrend seit Juli 2016 (akt. bei 3,14%) nachhaltig unterschritten. Da sich auf Quartalsbasis in den letzten drei Monaten ein "reversal" mit markantem Docht ausgebildet habe, liege aufgrund dieses negativen Chartmusters ein weiterer Belastungsfaktor vor. Die nächsten wichtigen Rückzugszonen würden sich bei rund 2,90% bzw. 2,64/2,62% ergeben. Im Bereich der zuerst genannten Marke entstehe durch das Zusammenspiel diverser Monatstiefs des letzten Jahres (2,95%), der 38,2%-Korrektur des Zinsanstiegs seit Sommer 2016 (2,94%), dem alten Abwärtstrend seit 2011 (2,91%) sowie der 38-Monats-Linie (2,87%) eine markante Kumulationsunterstützung.

Die zweite Haltezone ergebe sich indes aus dem Jahrestief von 2017 sowie einem weiteren Fibonacci-Retracement des Zinsanstiegs der letzten Jahre. Auch im langfristigen Bereich müssten sich Anleger also wieder mit rückläufigen Renditen anfreunden. Als "strategischen Stopp" für dieses Basisszenario würden die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt dagegen einen Anstieg über das Hoch vom vergangenen Dezember (3,34%) definieren, denn dann wäre gleichzeitig auch der ultimative Deckel wieder gelüftet.

Die Analysten würden bei den Renditen bleiben und kämen zu den Kursverläufen der 2- bzw. 5-jährigen Rendite in den USA. Beide Charts hätten in den letzten beiden Jahresausblicken aufgrund abgeschlossener Bodenbildungen eine Schlüsselrolle gespielt. Bei der 2-jährigen sei im 4. Quartal 2018 eine Erfolgsserie von neun weißen Quartalskerzen in Folge zu Ende gegangen. Zuvor habe die kurzfristige Rendite den wichtigen Zielbereich von rund 3% erreicht. Da das Kursziel aus der unteren Umkehr zudem längst ausgeschöpft sei, würden die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt eine Verschnaufpause für wahrscheinlich halten. Dieser Kursverlauf liefere möglicherweise einen Fingerzeig, dass der Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank bereits zu Ende gegangen sei bzw. zumindest eine Pause einlege.

Mit dem Niveau von 3% habe sich auch die 5-jährige Rendite in den USA zuletzt auseinander gesetzt. Hier sei die Bedeutung dieser Schlüsselzone sogar noch höher als bei der 2-jährigen Rendite einzustufen. Das 50%-Retracement des gesamten Zinsrutsches seit 2007 (2,89%) bilde im 5-jährigen Bereich zusammen mit dem ausgeschöpften Kurspotenzial aus dem Doppelboden der letzten Jahre (2,90%) sowie diversen Hochs einen wichtigen Zielbereich. Im Dunstkreis dieser Schlüsselzone sei es im 4. Quartal ebenfalls zu einem "reversal" gekommen, sodass dem Zinsanstieg seit dem letzten Quartal 2017 eine Konsolidierung drohe. Der Aufwärtstrend seit 2016 (im 1. Quartal 2019 bei 2,65%) bzw. das Jahreshoch von 2011 bei 2,42% würden dabei sinnvolle Korrekturziele definieren. Aufmerksamen Anlegern dürfte nicht entgangen sein, dass die Zinssätze für 2- und 5-jährige auf dem nahezu gleichen Level notieren würden. Anfang Dezember hätten die kurzfristigen Zinsen sogar höher als ihre 5-jährigen Pendants rentiert. Dieses als "inverse Zinsstruktur" bekannte Phänomen werde von vielen Marktteilnehmern als Vorbote einer Rezession interpretiert. Wenngleich diese Anomalie im Vergleich zur 10-jährigen Rendite bisher ausgeblieben sei, so sei die flache/inverse Strukturkurve doch ein Indiz für die Herausforderungen auf der Aktienseite. (04.01.2019/alc/a/a)



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