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Deutscher Rentenmarkt: Jahresausblick


07.01.2019 - 09:02:27 Uhr
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt kommen in ihrem Rentenausblick zu den Märkten diesseits des Atlantiks.

Beginnen möchten wir mit dem Halbjahreschart des Euro-Bund-Future (ISIN DE0009652644/ WKN 965264). Diese gleichermaßen hohe wie selten analysierte Zeitebene mache den Blick für das Wesentliche frei. So tritt unser heimisches Rentenbarometer seit Jahren per Saldo auf der Stelle, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die letzten 6-Monats-Kerzen würden allesamt kleine Kerzenkörper aufweisen, womit eine gewisse Richtungslosigkeit dokumentiert sei.

Während dieses Verhaltensmuster 2016/17 eher auf eine Konsolidierung hingedeutet habe, messe man den kleinen Kerzenkörpern aktuell einen "bullishen" Charakter bei. Schließlich verfüge die Kerze des 1. Halbjahres 2018 über eine markante Lunte, während die jüngste 6-Monats-Candle ein lehrbuchmäßiges "Hammer"-Umkehrmuster darstelle. Gleichzeitig sei die jüngste Schwankungsbreite innerhalb des Pendants der Vorperiode verblieben, sodass eine "inside candle" entstehe. Darüber hinaus bestätige der beschriebene "Hammer" den seit 2008 bestehenden Haussetrend. Im Sinne des klassischen Leitsatzes "the trend is your friend" entstünde oberhalb der Marke von 164,15 nochmals ein prozyklisches Einstiegssignal, denn damit wären die jüngsten beiden Hochs übersprungen und beide Kerzenmuster nach oben aufgelöst.

Auf diesen "sweet spot" im Chartverlauf kommen wir gleich noch mehrfach zurück, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Neben den deckungsgleichen Hochs der letzten beiden Halbjahreskerzen könnten Anleger aus dem langfristigen Chartverlauf aber auch die aus Sicht der Analysten entscheidende Unterstützungszone unmittelbar herauslesen: In den letzten drei Jahren habe die Unterstützung bei 157/158 beim Euro-Bund-Future in schöner Regelmäßigkeit weitere Kursverluste verhindert. Mittlerweile verlaufe hier zudem der Haussetrend der letzten elf Jahre, sodass erst ein Bruch dieser Kreuzunterstützung den langfristigen Aufwärtstrend des Euro-Bund-Future zum Kippen bringen würde. Deshalb sei die Bastion bei 158/157 als strategische Absicherung prädestiniert.

Unsere gängige Vorgehensweise des Herunterbrechens der Zeitebene führt uns unmittelbar zum Quartalschart des Rentenfuture, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Diese Zeitebene spiegele die Bewegungsarmut der letzten Quartale eindrucksvoll wider. Insbesondere die geringen Schwankungen der letzten beiden Jahre seien kaum noch zu toppen. Hierauf würden die Analysten später noch intensiver eingehen. Zunächst möchten sie aber auf die nahezu identischen Tiefs des Jahres 2018 sowie die auf ähnlichem Niveau ausgeprägten Hochs der letzten drei Quartalskerzen hinweisen.

Unser strategischer Stopp bei 158/157 erfährt durch diesen Chart also eine weitere Bestätigung, zumal die Glättungslinie der letzten 20 Quartale (akt. bei 158,55), was einem 5-Jahres-Durchschnitt entspricht, ebenfalls hier verläuft, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Andererseits würde ein Sprung über die Marke von 164 der Lethargie der letzten Quartale ein Ende setzen - das jüngste "bullish engulfing", ein bemerkenswertes, welches die Körper der letzten sechs(!) Quartalskerzen umschließe, liefere hierfür ein erstes Indiz.

Das letzte Puzzleteil, um die Relevanz dieses Signalgebers zu verdeutlichen, liefere der Monatschart. Bei einem Sprung über die herausgearbeiteten Hürden wäre die gesamte Konsolidierung seit dem Rekordhoch des Euro-Bund-Future vom Juni 2016 bei 168,86 letztlich als trendbestätigende Flagge zu interpretieren. Dazu eine ganz allgemeine Anmerkung: Grundsätzlich könne ein Trend auf zwei Arten konsolidiert werden: Über die Preis- oder über die Zeitachse. Ersteres bedeute also eine scharfe Preiskorrektur, während sich die zweite Variante bei geringem Korrekturausmaß vor allem zeitlich ausdehne. Im Fall des Euro-Bund-Future sei eindeutig Letzteres der Fall, was erfahrungsgemäß die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs nach Norden erhöhe.

Als Sahnehäubchen wäre bei Notierungen oberhalb von 164 nicht nur die Korrekturflagge aufgelöst, sondern auch ein Doppelboden - definiert durch die Tiefs vom März und Oktober 2018 bei 156,88/157,33 - komplettiert. Sowohl aus der Flagge als auch aus der W-Formation würden sich Kursziele auf der Oberseite jenseits des bisherigen Allzeithochs bei 168,86 rechtfertigen lassen. So ergebe sich aus der Höhe der unteren Umkehr beispielsweise ein kalkulatorisches (Mindest-)Anschlusspotenzial bis rund 170. Rückenwind erfährt unser Szenario vonseiten der quantitativen Indikatoren, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Hervorheben möchten die Analysten den (Abwärts-)Trendbruch im Verlauf des RSI. Solche Indikatortrendbrüche würden oftmals einen zeitlichen Vorlauf im Vergleich zu einer positiven Weichenstellung im eigentlichen Chartverlauf besitzen. Deshalb nimmt der RSI-Trendbruch möglicherweise den Spurt über unseren Signalgeber bei 164 vorweg, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die oben beschriebene Bewegungsarmut habe darüber hinaus zur Konsequenz, dass sich die Bollinger Bänder extrem stark zusammengezogen hätten. Der Abstand zwischen den beiden Begrenzungen des Volatilitätsindikators hat sich sogar so stark verringert wie niemals zuvor in unserer bis 1990 zurückreichenden Historie, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Diese Konstellation begünstige eine nachhaltige, dynamische Trendbewegung im Ausbruchsfall.

Zum Abschluss möchten die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt die 10-jährige Rendite in Deutschland analysieren. Spiegelbildlich zum Euro-Bund-Future habe sich im letzten Quartal 2018 hier ein "bearish engulfing" gebildet, d.h. der Körper der Q4-Kerze umschließe das Pendant des 3. Quartals vollständig. Dieses negative Candlestickmuster lasse auf rückläufige Renditen schließen. Eine weitere Warnung würden die markanten Dochte aller vier Quartalskerzen 2018 liefern. In keinem Quartal hätten also die zwischenzeitlich erreichten Hochs über die Ziellinie gerettet werden können, was für eine strukturelle Schwäche spreche.

Dem Wochenchart der 10-jährigen Rendite komme in dieser Gemengelage eine wichtige Katalysatorfunktion zu. Der Erholungstrend seit 2016 (akt. bei 0,64%) sei schon wieder Geschichte, wobei der Trendbruch im Oktober 2018 durch einen idealtypischen Pullback bestätigt worden sei. Aktuell stehe die Kernunterstützung der letzten 20 Monate bei 0,20% zur Disposition, wo auch der ehemalige Abwärtstrend seit Sommer 2008 verlaufe. Ein Abgleiten unter dieses Level würde eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation vervollständigen, welche in der Folge ein Abschlagspotential von 60 Stellen "verspreche". Das bisherige Zinstief vom Juli 2016 bei -0,20% müsse demnach keineswegs das Ende der negativen Fahnenstange bedeuten.

Die Gefahr, nochmals und nachhaltig in negatives Renditeterrain abzurutschen, sei bei der 10-jährigen Rendite Deutschland mehr als real. Deshalb könnte sich "nochmals negativ" im neuen Jahr als angemessene Übersetzung für "new normal" erweisen. Die meisten Anleger mögen es sich zwar vermutlich nicht vorstellen, doch es fehlt lediglich ein kleiner Zündfunke und es entstehen auf der Rentenseite nochmals große, prozyklische Investmentkaufsignale, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. So könnte der Sprung des Euro-Bund-Future über die Schlüsselhürde bei 164 im Verlauf des Jahres 2019 mit neuen Rekordständen oberhalb des alten Allzeithochs von 168,86 belohnt werden.

Jenseits des Atlantiks laste der beschriebene Fehlausbruch auf der 10-jährigen US-Rendite und sorge aus charttechnischer Sicht für eine schwere Hypothek in 2019. Fallende Zinsen seien auch hier wahrscheinlich. "Untere Zinswenden verlaufen selten dynamisch. Vielmehr benötigen Bodenbildungen auf der Rentenseite regelmäßig vor allem Eines: Viel Zeit!" Vor dem Hintergrund unserer Prognose dürfte Investoren dieses Börsen-Bonmot noch eine Weile erhalten bleiben, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. (07.01.2019/alc/a/a)



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